Südfilm – Filmreihe des Globalen Südens

1 Posted by - 12. Juni 2014 - Projekte

Südfilm – Filmreihe des Globalen Südens zeigt vor allem Filme aus Ländern des Globalen Südens, die auf dem europäischen Kinomarkt nur geringe Chancen haben. Mit der Filmreihe möchten wir zu einer entwicklungspolitischen Diskussion einladen und zur Auseinandersetzung mit fremden Lebenswelten anregen. Das Medium Film erscheint uns hierzu besonders geeignet, um ferne, für uns nur schwer erfahrbare Lebensrealitäten eindrucksvoll zu erleben und auf diesem Wege das Tor zu einem Perspektivenwechsel zu öffnen. Jeder Film wird im Rahmen einer Abendveranstaltung mit anschließender Filmdiskussion vorgeführt. Zu den Veranstaltungen werden entweder Filmschaffende oder aber thematisch passende Experten eingeladen. Gerade das anschließende Filmgespräch ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Angebots, da es dazu beiträgt, die Inhalte des Films zu verarbeiten und diese in einen weiteren Kontext einzubetten.
Die Filmreihe ist ein gemeinsames Projekt von Motivés e.V. und dem Marburger Weltladen.

 

Aktuelle Termine der Südfilmreihe:

10.3.2015 | 20:00 Uhr
Capitol Marburg
Jerusalem – The East Side Story
Ein Film von Mohammed Alatar
Palästinensische Autonomiegebiete 2008, 57 Min, Orginal mit dt. U.

Der Nahost-Konflikt beherrscht mit seinen vielen Gesichtern seit Jahrzehnten die weltpolitische Tagesordnung. Die insgesamt sehr komplexe Situation wird oft auf den Konflikt zwischen Israel und Palästina reduziert – was zwar nicht zutreffend ist, aber hier werden die gegensätzlichen Interessen wohl am offenkundigsten. Und bei dieser, der israelisch-palästinensischen Auseinandersetzung, nimmt die Stadt Jerusalem eine Schlüsselstellung ein.

Der palästinensische Filmregisseur Mohammed Alatar beleuchtet die geschichtliche Entwicklung des Streits insbesondere um Ost-Jerusalem, beschreibt die Leidensgeschichte der in Jerusalem lebenden Palästinenser, untersucht und kommentiert die aktuelle Lage aus der Perspektive des palästinensischen Volkes. Der Dokumentarfilm zeichnet wichtige historische Etappen seit der israelischen Staatsgründung nach und konzentriert sich hierbei auf die Auswirkungen der israelischen Besatzungspolitik auf die Bewohner der Stadt Jerusalem.
Der Film kritisiert die israelische Politik, die darauf abziele, in der Stadt eine jüdische Mehrheit demografisch zu sichern. Thematisiert wird auch die Frage nach der Zukunft: denn ohne eine Lösung des Konfliktes um die Stadt Jerusalem werde es keinen Frieden in der Region geben können. Im Film kommen neben Bewohnern Jerusalems auch israelische und palästinensische Politiker, Menschenrechtsaktivisten und politische Beobachter zu Wort.

Zu Gast: Mohammed Alatar (Regie)

 

23.09.2014 | 20:00 Uhr
Capitol Marburg
Concerning Violence
9 Scenes from the Anti-Imperialistic Self-Defence

Ein Film von Göran Hugo Olsson
Schweden/USA/Dänemark 2014, 85 Min, Original mit dt. U.

„Concerning Violence – Nine Scenes from the Anti-Imperialistic Self-Defence“ verbindet kunstvoll Textfragmente aus Frantz Fanons Buch „Die Verdammten dieser Erde“ mit wiederentdecktem Archivmaterial über die afrikanischen Unabhängigkeitsbewegungen der 60er und 70er Jahre. Interviews und Aufnahmen der Befreiungsbewegung in Angola, der FRELIMO in Mozambique und dem Unabhängigkeitskampf in Guinea-Bissau werden durch dokumentarische Bilder von Siedlungen in Rhodesien (Simbabwe), schwedischen Missionaren in Tansania und einem Streik in einer schwedischen Mine in Liberia ergänzt. In kunstvollen Überblendungen beschäftigen sich Fanons Texte dabei mit der Frage des Gesamtkonflikts, dessen Ursprung er in Europas Kolonialbestrebungen sieht. Mit ihrer Stimme erweckt die Musikerin Lauryn Hill (The Fugees) die polarisierenden Textauszüge Fanons zum Leben.

Als ein kinematografischer Essay, der Fanons Text, Lauryn Hills Stimme, das Archivmaterial sowie Musik verbindet, setzt der Film die komplexen theoretischen Ideen in eine emotionale Filmerfahrung um.

Gäste:
Jürgen Dinkel, Historiker
Tobias Müller Monning, Jurist und Theologe

*Sieger des CINEMA faibindet Preises 2014
CINEMA fairbindet ist ein entwicklungspolitischer Sonderpreis, der seit 2011 vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im Rahmen der Berlinale vergeben wird.
Der Verleih und die Roadshow von CONCERNING VIOLENCE werden ermöglicht durch den entwicklungspolitischen Filmpreis CINEMA fairbindet, finanziert vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

 

OPEN AIR GARTEN KINO
11.09.2014 | 21 Uhr
Gesundheitsgarten Marburg
Lemon Tree
Ein Film von Eran Riklis
Israel 2008, 105 Min, OmdtU

Der Spielfilm beschreibt den Kampf einer palästinensischen Frau am Rande der Westbank um ihren Zitronenhain. Den hat sie von ihrem Vater geerbt und pflegt ihn liebevoll. Als auf der anderen Seite der Grenze ein israelischer Minister ein Haus bezieht, erklärt das Militär den Zitronenhain auf ein Mal zum Sicherheitsrisiko…

Kommentiert wird der Film von PD Dr. Maximiliane Jäger-Gogoll und PD Dr. Johannes Becker, die seit einigen Jahren zum Thema forschen und lehren.
In Zusammenarbeit mit der GartenWerkStadt

 

OPEN AIR GARTEN KINO
29.08.2014 | 21:00 Uhr
Gesundheitsgarten Marburg
Die Zukunft Pflanzen
Ein Film von Marie-Monique Robin
Frankreich 2012, 90 Min, deutsch

Wie sieht die Landwirtschaft der Zukunft aus? 2050 werden 9 Milliarden Menschen auf der Erde leben. Wie können alle ernährt werden? Mit oder ohne Pestizide? Auf der Suche nach Antworten nimmt uns die Regisseurin Marie-Monique Robin mit auf eine Reise um die ganze Welt. Besucht werden Menschen, die die vielfältigsten landwirtschaftlichen Methoden nutzen – allen gemein ist, dass sie äußerst erfolgreich sind, und das auf eine ökologische Art und Weise.

In Zusammenarbeit mit der GartenWerkStadt

 

OPEN AIR GARTEN KINO
22.08.2014 | 21:00 Uhr
Gesundheitsgarten Marburg
Voices of Transition
Ein Film von Nils Aguilar
Deutschland 2012, 66 Min, deutsch

Wie kann unsere Lebensmittelversorgung vor dem Hintergrund knapp werdender Ressourcen wie Erdöl und Phosphor, Wirtschaftskrisen und Klimawandel aussehen? Das Dokumentarfilmprojekt Voices of Transition stellt Menschen und Projekte in Frankreich, Großbritannien und Kuba vor, die eine Antwort auf diese Frage haben: Beispiele aus der Transition Town Bewegung, urbanen Gärten und Permakultur setzen auf dezentrale Strukturen und eine Stärkung des Miteinanders und zeigen so Alternativen zur industriellen Landwirtschaft auf.

In Zusammenarbeit mit der GartenWerkStadt

 

7.07.2014 | 19:30 Uhr
Cineplex Marburg
Die Fliege in der Asche / La Mosca en la Ceniza
Ein Film von Gabriela David
Argentinien 2009, 98 Min, Spanisch mit dt. U.

Zwei junge Frauen verlassen ihre ländliche Umgebung, um in Buenos Aires Geld zu verdienen. Zu spät bemerken die beiden, dass sie durch Betrug in einem privaten, abgeschirmten Bordell gelandet sind. Die Hoffnung auf eine bessere Zukunft scheint in unerreichbarer Ferne. Sich mit der Situation arrangieren oder mit Stolz für Freiheit und Würde kämpfen? Eingesperrt und ohne Möglichkeit zur Flucht bestreiten die beiden Freundinnen auf ganz unterschiedliche Art und Weise die Zeit in dieser kalten und klaustrophobischen Umgebung. Auch ihre Freundschaft scheint daran zu zerbrechen, doch dann gelingt das schier Unmögliche…
Mit ihrem vierten Film, LA MOSCA EN LA CENIZA, ist der jüngst verstorbenen Regisseurin Gabriela David ein bis zum Schluss spannender Film gelungen, der noch lange nachwirkt. Mit einer emotional dichten Bildersprache und einem grandiosen Schauspiel ihrer Protagonistinnen erzählt David, was unbemerkt von der Öffentlichkeit in einem normalen Wohnblock in einem guten Viertel passiert.

Zu Gast: Ingrid Lee von Terre des Femmes Marburg

 

20.6.2014 | 19:00 Uhr
Kino im G-Werk/Cafe Trauma
Art War
Ein Film von Marco Wilms
Deutschland 2013, 90 Min, OmdtU

Beeindruckende Dokumentation über die politisch starke Kunstszene Ägyptens seit dem arabischen Frühling. Nach dem Sturz Mubaraks gehört die Straße ihnen, den jungen Rebellierenden und Künstlern. Die Graffitisprayer und Maler bringen die Wände zum Sprechen. Sie erzählen in blutverschmierten Porträts von den Tagen des Kampfes, in wilden Collagen von der Zeit der Anarchie, in obszönen Darstellungen von den Befreiungsversuchen aus unterdrückter Sexualität. Wände werden zu Chronisten der sich überstürzenden Ereignisse.
„Art War“ zeigt den gefährlichen Tanz auf dem Vulkan und führt durch die letzten zwei Jahre der permanenten und radikalen Umbrüche als einen Trip, der von den Farben und Rhythmen der ägyptischen Maler und Musiker vorangetrieben wird.

Gäste der Veranstaltung:Yescka (MX) und Jonathan Rutsch (D). www.guerilla-art.mx

 

3.6.2014 | 19:30 Uhr
Capitol Filmtheater Marburg
Good Morning Karachi
Ein Film von Sabiha Sumar
Deutschland, Pakistan 2012, 85 min, OmdtU

Rafina, eine junge pakistanische Frau aus einfachen Verhältnissen, lebt mit ihrem Bruder und ihrer Mutter in einer kleinen Wohnung in Karachi. Sie ist mit Arif, einem jungen Mann aus der Nachbarschaft, verlobt und sehnt sich nach einem besseren Leben. Von ihrem Fenster aus fällt ihr Blick auf ein überlebensgroßes Werbeplakat mit einem perfekten Model. Zu gern wäre Rafina ein Teil dieser luxuriösen Welt. Als Rosie, Arifs Mutter, ihr eine einfache Arbeit in dem exklusiven Schönheitssalon „Radiance“ verschaffen kann, ist sie überglücklich. Hier treffen sich die Reichen und Schönen der Stadt, hier werden Models für Werbung und Modenschauen vermittelt. Der Film erzählt einen universellen Mädchentraum vom Glück vor dem Hintergrund eines radikalen gesellschaftlichen Umbruchs. Rafinas Schicksal gibt den Blick frei auf die extreme Ungleichzeitigkeit der Milieus und Werte in Pakistan heute. Ein feudales Klassenverhältnis, in dem die Mittelschicht fast völlig fehlt, eine zum Teil fundamentalistisch muslimische Weltsicht und die vollkommen westlich orientierte Welt der reichen Bohème treffen aufeinander.

Im Anschluss an den Film steht die Regisseurin Sabiha Sumar dem Publikum für ein Filmgespräch zur Verfügung.

weitere Infos zum Film: Pressemappe
Mit freundlicher Unterstützung der Stadt Marburg